Anlässlich des im September anstehenden Onlinekongresses zum Thema passives Einkommen haben Eva und Vincent zu einer Blogparade aufgerufen. Gerne komme ich diesem Aufruf nach und beschreibe in meine Sicht der Dinge und derzeitigen sowie künftigen passiven Einkommensquellen.

Wie definiere ich passives Einkommen?

Hinter jeder passiven Einkommensart steckt ein System, das zuerst eingerichtet werden muss, um im Anschluss regelmäßige Erträge abzuwerfen. Ist der Aufbau dieser Maschinerie erledigt, sind nur noch minimale Betreuungs- bzw. Korrekturarbeiten notwendig.

Unter Einrichtungsaufwänden dieser Systeme verstehe ich beispielsweise die Einarbeitung in ein neues Themengebiet oder das Schreiben eines Buches (Faktor Zeit). Ebenso kann es notwendig sein, nicht nur Zeit, sondern auch Geld zu investieren. Dies ist beispielsweise bei dem Kauf einer Mietimmobilie notwendig oder wenn man sich zusätzliches Wissen durch Bücher oder Videokurse aneignen will.

Ein System für passives Einkommen lässt sich mit einem Auto vergleichen. Nach dem Kauf (= Einrichtung) erwarte ich, dass das Auto zunächst seinen Zweck erfüllt und mich jederzeit von A nach B bringt (= regelmäßige Erträge). Neben der regelmäßigen Inspektion, dem saisonalen Reifenwechsel und ab und zu einer Fahrt in die Waschanlage (= regelmäßiger Korrektur- und Betreuungsaufwand) erwarte ich hier keine zusätzlichen Aufwände.

Sobald täglich oder sogar noch kürzere Intervalle an Betreuungsarbeit oder sonstige zugehörige Tätigkeiten anfallen, spreche ich nicht mehr von passivem, sondern aktivem Einkommen.

Welche passiven Einkommensarten nutze ich?

Derzeit nutze ich drei unterschiedliche Arten von passivem Einkommen, welche auch unter meine Definition fallen. Die nachfolgenden Ausführungen beschreiben die aus meiner Sicht notwendigen Schritte um das jeweilige System einzurichten und am Laufen zu halten.

Zinseinnahmen (Tagesgeldkonto)

Zugegeben, die Zinseinnahmen aus meinem Tagesgeldkonto sind aufgrund der niedrigen Zinsen kaum erwähnenswert, nichtsdestotrotz sind es für mich passive Einnahmen und deshalb gehe ich an dieser Stelle kurz darauf ein.

Der Einrichtungsaufwand ist wie die zu erwartende Rendite überschaubar. Es gilt zunächst ein passendes Tagesgeldkonto zu finden. Hinzu kommen dann noch die administrativen Aufwände für die Kontoeröffnung und Überweisung des Geldes. Ist dieser Einmalaufwand erledigt, genügt es, in regelmäßigen Abständen den Kontostand zu prüfen und gegebenenfalls bei Zins- bzw. Preisänderungen des Anbieters, z.B. wenn plötzlich Negativzinsen eingeführt werden, zu reagieren.

Ich persönlich besitze ein einziges Tagesgeldkonto und dort liegen meine eiserne Notfallreserve sowie mein aktueller Cash-Bestand. Den Kontostand prüfe ich am Monatsende im Rahmen meiner regelmäßigen Bestandsaufnahme.

Zinseinnahmen (P2P-Kredite)

Zu meiner nächsten passiven Einkommensquelle zählen Zinserträge aus Investitionen in P2P-Kredite. Hier ist im Vergleich zum Tagesgeldkonto etwas mehr Aufwand notwendig.

Der erste Schritt ist die Einarbeitung in das Thema P2P-Kredite. Man sollte verstehen, wie das System funktioniert, welche Beteiligten eine Rolle spielen, welche Möglichkeiten für Investments zur Verfügung stehen, Chancen und Risiken kennenlernen und begreifen, wie letztlich überhaupt investiert werden kann.

Im Anschluss gilt es eine persönliche Investitionsstrategie festzulegen. Diese beinhaltet die kritische Prüfung der eigenen Risikobereitschaft, die Definition des Investitionsumfangs sowie die Art des Investierens in P2P-Kredite. Sprich soll passiv per Auto-Invest-Funktion oder aktiv investiert und jedes Darlehen einzeln ausgewählt werden.

Zu guter Letzt ist noch die passende P2P-Plattform, wie zum Beispiel Mintos *, auszuwählen, welcher sich die Anmeldung und Einzahlung des Investitionskapitals anschließen. Bei deutschen Anbietern kommt in der Regel ein zusätzlicher administrativer Aufwand für die Eröffnung eines eigenen Referenzkontos hinzu.

Nach erfolgreicher Einrichtung müssen die Investitionen regelmäßige überprüft und die aktuellen Nachrichten rund um das Thema P2P-Kredite bzw. der jeweiligen Plattform verfolgt werden.
Meine P2P-Investments kontrolliere ich derzeit einmal wöchentlich, was in Summe maximal 5-10 Minuten ausmacht. Mir ist wichtig, dass kein Geld unverzinst rumliegt und falls doch, würde ich prüfen, ob es gegebenenfalls sinnvoll ist, das Geld auf eine andere Plattform umzuschichten. Zusätzlich halte ich mich über das deutsche P2P-Forum sowie verschiedene Blogs zum Thema P2P-Kredite auf dem Laufenden, um somit bei Bedarf schnell reagieren zu können.

Dividendenerträge (Aktien / ETFs)

Bei meinem dritten passiven Einkommensstrom handelt es sich um Dividendenerträge aus Aktien und ETFs. Neben der initialen Einarbeitung in die Thematik Aktien, ETFs und Dividenden (Auszahlung, Versteuerung, etc.) ist ebenso eine Investitionsstrategie festzulegen und im Anschluss die Auswahl der Einzelwerte bzw. der ETFs durchzuführen. Das Investitionskapital für Dividendenerträge muss zunächst einmal verdient werden.

Als laufende Aufwände fallen die regelmäßige Prüfung bei Einzelwerten und ein eventuelles Rebalancing des Portfolios an.

Bei Einzelaktien überprüfe ich halbjährlich die Unternehmen anhand diverser Kennzahlen, betrachte die Gesamtentwicklung und reagiere bei Bedarf durch den Verkauf bestehender bzw. Kauf neuer Werte.

Anders sieht es bei meinem ETF-Portfolio aus. Dieses kontrolliere ich einmal jährlich und prüfe, ob sich der jeweilige ETF inhaltlich verändert hat (Kosten und grundlegender Aufbau). Weiterhin führe ich bei Bedarf ein Rebalancing meines gesamten ETF-Portfolios durch, wenn von der festgelegten prozentuale Aufteilung zu stark abgewichen wird.

Welche Einkommensarten werden in Zukunft noch folgen?

In Zukunft will ich mir noch weitere passive Einkommensarten erschließen und mich intensiver mit den folgenden Themen auseinandersetzen: Immobilien vermieten sowie ein Buch schreiben und selbst verlegen.

Beide Systeme sind mit sehr hohen Einrichtungsaufwänden verbunden, jedoch erhoffe ich mir im Anschluss eine passive Einkommensquelle nach meiner Definition. Neben der umfassenden und zeitaufwändigen Einarbeitung in die jeweilige Thematik, fällt auch noch die Umsetzung selbst an.

Bei Immobilien sind neben der Suche nach einem passenden Objekt, Besichtigungen und Kauf noch viele weitere administrative Tätigkeiten notwendig. Erst wenn der initiale Aufwand erledigt und die Immobilie mit vernünftigen Mietern und einer Hausverwaltung ausgestattet ist, kann hier von einer etablierten passiven Einnahmequelle gesprochen werden. Ebenso hält es Monika von Klunkerchen, die bereits seit einigen Jahren mehrere Immobilien besitzt.

Ein Buch zu schreiben und selbst zu verlegen steht auf meiner persönlichen Bucket-List und ist damit ein Lebensziel von mir. Neben dem Recherche- und Schreibaufwand fällt ein weiterer Aufwand für die Einarbeitung in die Feinheiten des Selbstverlegens an. Lars von passives Einkommen mit P2P gibt zum Thema Self-Publishing einen guten Einstieg in seinem Beitrag zur Blogparade.

Im Vergleich zu Immobilien gehe ich jedoch von deutlich weniger Einarbeitungsaufwand aus. Der größte Zeitfaktor ist in dem Fall das Schreiben des Buches selbst. Ist der Inhalt erst einmal zu Papier gebracht und ein Layout erstellt, muss das Buch veröffentlicht, entsprechend beworben und unter die Leute gebracht werden.

Fazit

Passives Einkommen ist eine feine Sache und kann das Leben entscheidend verändern, wie es auch der Geldschnurrbart beschreibt. Voraussetzung ist jedoch, dass man bereit ist etwas dafür zu tun und sich auch mal traut, einen Schritt nach vorne zu machen. Sei deshalb immer offen für Neues, lerne täglich dazu und gehe mit einem offenen Blick durchs Leben.

Wenn selbst ein Narr es kann, kannst du es auch.

Passend zum Thema kann ich dir das Buch Die 4-Stunden-Woche* von Tim Ferriss ans Herz legen
Die 4-Stunden-Woche